Wie Toleah rechnet.

Eine Ampel ist nur so gut wie die Regel dahinter. Hier erklären wir transparent, wie die Toleah-Scoring-Engine aus einer Zutatenliste eine personalisierte Zahl macht — und wo die Grenzen dieser Methodik liegen.

Scoring-Logik in wissenschaftlichem Review

Die Engine in Zahlen

400+
kuratierte Trigger
8
Intoleranzen
7
Enzym-Profile
3
Schweregrade

Das Prinzip in einem Satz

Jeder Scan startet bei hundert Punkten. Abzüge entstehen durch Trigger-Zutaten, gewichtet nach Position im Rezept, multipliziert mit deinem Schweregrad, korrigiert durch deine Enzym-Einnahme. Heraus kommt ein Score zwischen 0 und 100, zugeordnet zu einer von vier Ampel-Stufen.

So rechnet die Engine — Schritt für Schritt

  • Über 400 Trigger-Definitionen

    Die Engine kennt derzeit über 400 wissenschaftlich kuratierte Trigger-Definitionen über acht Intoleranzen. Jeder Eintrag enthält Synonyme, mehrsprachige Aliases und eine Schweregrad-Einstufung (hoch, mittel, niedrig). Beispiel Histamin: „Salami“ (hoch), „gereifter Hartkäse“ (hoch), „Hefe“ (mittel). Trigger-Listen sind versioniert und nachvollziehbar.

  • Drei Schweregrade

    In deinem Profil hinterlegst du pro Intoleranz einen Schweregrad: mild (Faktor 0,5×), moderat (1,0×), schwer (1,5×). Dieser Multiplikator wirkt auf alle Abzüge der betreffenden Intoleranz. So bewertet Toleah dieselbe Salami für eine Person mit milder Histaminintoleranz anders als für eine mit schwerer — weil die klinische Realität es anders vorgibt. Bei Gluten/Zöliakie greift eine Sonderregel (Catassi 2007): selbst „mild“ wird mit 1,0× behandelt, weil bereits kleinste Mengen autoimmun reagieren können.

  • Sieben Enzym-Profile

    Wenn du in deinem Profil angibst, dass du zu einer Intoleranz ein passendes Enzympräparat nimmst, korrigiert Toleah deinen Score konservativ nach oben. Toleah empfiehlt keine Einnahme von Enzymen — die Entscheidung darüber triffst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Der Korrekturfaktor im Score-Modell ist ein rechnerisches Hilfsmittel zur Personalisierung, keine Dosierungsempfehlung.

  • Positions-Gewichtung

    Zutaten werden nach Position gewichtet: die erste Zutat mit Faktor 1,3×, die letzte mit 0,7×. Deshalb zieht ein Trigger ganz vorne stärker am Score als einer ganz hinten — weil die Zutatenliste nach Mengenanteil sortiert ist.

  • Spuren & Allergene

    Bei den meisten Intoleranzen werden Spurenhinweise moderat behandelt. Bei Zöliakie dagegen zieht die Engine die volle Strafe — weil auch kleinste Gluten-Mengen eine Autoimmunreaktion auslösen können.

  • Die vier Ampel-Stufen

    Grün (80–100) bedeutet gut verträglich. Gelb (60–79) mit Bedacht. Orange (30–59) mit Vorsicht. Rot (0–29) ungeeignet. Jede Stufe kombiniert Farbe, Icon und Text — deshalb ist die Ampel auch ohne Farbwahrnehmung eindeutig lesbar.

Methodik & Quellen

Die Regelwerke stützen sich auf Leitlinien der deutschen und europäischen Fachgesellschaften (u. a. DGAKI für Histamin, DGKJ für Laktose, DZG für Zöliakie), auf klinische Praxis mit konservativer Schweregrad-Interpretation in Anlehnung an Ernährungsberatungs-Standards, und auf ein geplantes externes Peer-Review. Die Trigger-Listen und Gewichtungen sind versioniert; jede Änderung ist nachvollziehbar.

Was Toleah nicht leistet

Toleah ersetzt keine ärztliche Diagnose und keine Ernährungsberatung. Die Engine arbeitet mit allgemeinen Regelwerken — individuelle Ausnahmen, Begleiterkrankungen oder Schwangerschaften werden nicht abgebildet. Wer Beschwerden hat, gehört in medizinische Betreuung. Toleah kann die Zeit zwischen Terminen strukturieren, nicht die Termine ersetzen.